2
Dez
2007

Pastperfect

1. Welche geschichtliche Zugänge eröffnet pastperfect?
Die Seite pastperfect bietet Zugänge über die Menüpunkte Ereignisse, Kontexte, Rezeption und Reflexionen. Aber auch über die verschiedenen Themenblöcke und Begriffe kann man an die Inhalte der Webseite herangehen. Solche Begriffe sind beispielsweise Entdeckungen, Gesellschaft, Literatur, Medien, Politik und Wirtschaft.

2. Beschreiben Sie das Projekt pastperfect!
Das Projekt pastperfect ist eine interdisziplinäre Aufbereitung der Geschichte Europas von 1492 bis 1558. Es ist eine Zusammenarbeit von WissenschaftlerInnen, MediendesignerInnen und ProgrammiererInnen. Man will damit anhand eines datenbankgestützen Hypertextnetzwerkes mit über 700 Texten und mehr als 60 Autoren geschichtswissenschaftliche Inhalte medienadäquat vermitteln. Durch die Hypertextstruktur kommen die verschiedenen Ansichten und Meinungen die es in der Geschichtswissenschaft gibt vor, und es wird nicht „die Geschichte“ präsentiert, sondern nur Teile, die sich der User dann selbst zusammensuchen kann. Damit soll aufgezeigt werden, dass die Geschichte vom Historiker gemacht wird, je nachdem, ob er gewisse Dinge stärker berücksichtigt, oder ganz weglässt.

Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Institut für Geschichte an der Universität Wien und dem VGTV – Van Gogh TV (Wikipedia) und wird durch die Österreichische Nationalbank finanziert. Es erhielt den „medida prix 2004“ und den „reddot 2005“.

3. Erklaeren Sie, wie man sich durch das Angebot von pastperfect bewegen kann!
Man kann auf der Startseite zwischen einer Text- oder Flashversion wählen:

Die Textversion lädt sehr schnell und zeigt die Menüpunkte Ereignisse, Kontexte, Rezeption, Reflexionen an. Darunter befindet sich ein Suchfeld. Durch klicken der Menüpunkte erscheint im linken Frame eine Liste der Angebote und rechts erscheint der jeweilige Eintrag zu den Themenpunkten. Optisch ist die Textversion eher simpel und vermittelt eher den Eindruck einer Datenbank als einer Vernetzung.

Die Flashversion braucht etwas länger zum laden. Als Starseite gibt es eine Europakarte, wo zu dem jeweiligen Jahreszahlen die wichtigsten Ereignisse eingezeichnet und verlinkt werden. Wenn es sich um Ereignisse in Übersee handelt wird hinausgezoom und es erscheint eine Weltkarte. Man wählt unter der Karte einen Themenbereich, worauf sich links der Inhalt zum Thema aufgliedert. Unterhalb der Karte erscheint dann der Eintrag zum ausgewählten Ereignis. Schlecht ist jedoch, dass zuwenig Platz für die Themenfelder ist, sodass deren Bezeichnung erst sichtbar wird, wenn man mit dem Mauszeiger darüberfährt. Man kann aber auch ganz einfach an einem Zeitrad rechts unten auf der Karte drehen um die Ereignisse eines bestimmten Jahres angezeigt zu bekommen.
Oben gibt es die Menüpunkte Projekt, Impressum, Literatur, Presse und Drucken, welche auch erst beim drüberfahren mit der Maus angezeigt werden. Unter Projekt wird der Aufbau der einzelnen Seiten und Angebote erläutert und über Entstehung und Ziele berichtet.
Das Impressum ist sehr übersichtlich und listet sämtliche Autoren und Mitarbeiter auf, auch mit Verlinkungen auf deren Homepages. Der Punkt Literatur bietet eine Auflistung der verwendeten Literatur, jeweils nach Themen gegliedert. Die Druckfunktion ist allerdings falsch verlinkt -Webmaster wurde informiert.

Besonders gut ist hier die optische Darstellung im Punkt Kontexte gelungen: es werden die einzelnen Themen über die Seite verteilt dargestellt und mit Linien „vernetzt“. So wird man immer wieder daran erinnert, dass jedes noch so kleine Detail von vielen anderen Faktoren abhängt bzw. mit ihnen in Verbindung steht. Die Texte dazu werden wieder ganz unten angezeigt.

4. Was soll mit der Ebene “Rezeption” erreicht werden?
Es soll aufgezeigt werden, dass in unterschiedlichen Epochen - mit ihren jeweils prägenden Ereignissen und Wertevorstellungen - und von einzelnen Historikern - unter Berücksichtigung ihrer Lebensumstände und ihrer Umwelt – vermeintlich sichere historische „Fakten“ gänzlich anders gesehen wurden und werden.

5. Was soll mit der Ebene “Reflexionen” erreicht werden?
Hier werden in Form von Essays Überlegungen und Betrachtungen zum allgemeinen Themenfeld „(Kultur-)Wissenschaft und Web“ angestellt. Weiters gibt es Erfahrungsberichte von Mitarbeitern, welche das Entstehen der Webseite und die dabei notwendig gewesene Zusammenarbeit dokumentieren.

6. Entspricht pastperfect wissenschaftlichen Maßstäben?
Einerseits hat Pastperfect Anbindung an das Institut für Geschichte an der Universität Wien, bietet Literaturhinweise und wird auch teilweise von Universitätsprofessoren geschrieben.
Andererseits sind die Einträge eher mit einem Lexikon zu vergleichen – es wird Allgemeinwissen vorausgesetzt und keine Quelle angegeben. Auch ein Datum der letzten Aktualisierung sucht man vergebens.
Es ist daher die Wissenschaftlichkeit nur eingeschränkt gegeben.

7. Welchen didaktischen Prinzipien folgt pastperfect?
Der User soll sich im Hypertext selbst einen Weg suchen. Er soll sich auf die „Reise“ durch das Europa dieser Zeit machen und dabei möglichst viele Aspekte kennen lernen. Dabei stößt er auch auf Informationen, nach denen er gar nicht gesucht hat, was zu einer Wissenserweiterung beim Benutzer führt. Dadurch kann er wiederum die Zusammenhänge und Vernetzungen besser verstehen.
Das ist einerseits sehr gut, da man auch einen umfassenden Überblick über die Nachbarbereiche eines Themas bekommt, andererseits verläuft man sich sehr schnell in diesem „Wissensdschungel“ und muss sehr konzentriert sein, um nicht in ein anderes Thema abzuschweifen. Natürlich nimmt diese Form des Lernens weitaus mehr Zeit in Anspruch.

8. Ziehen Sie ein persönliches Fazit der Seite!
Die optische Darstellung der Flashversion ist sehr gut gelungen, aber auch sehr komplex aufgebaut. Die Inhalte bieten ähnlich einem Lexikon einen guten Einstieg in die Materie, für genauere Beschäftigung mit einem Thema sind jedoch andere Quellen unerlässlich. Durch die enorme Vernetzung und Verlinkung muss man schon etwas Zeit aufwenden um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Da ist es natürlich leichter, wenn man selbst schon von Beginn an am Aufbau solch eines Netzes beteiligt ist.

Es gibt scheinbar auch eine Art Audioversion der Seite, welche aber trotz aktuellem Flashplayer und dem Versuch auf zwei unterschiedlichen PCs nicht funktionieren wollte. Auf der Startseite gibt es außerdem einen Link, wo man die aktuelle Version des Adobe Flash-Players downloaden kann.
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